Outing: von Sinn und Unsinn SMiger Offenheit
Was eigentlich ist grundsätzlich mit Outing gemeint? Eigentlich ist es doch nur die Tatsache, verhältnismäßig offen mit der eigenen “sexuellen Neigung” umzugehen. Outing heisst jedoch keinesfalls, mit einem Perversenstempel herumzulaufen und der nächsten Kassiererin im Supermarkt die eigene Sexualität und vor allem die Neigung unter die Nase zu reiben. Gemeint ist vielmehr, im Kreise von nahestehenden Menschen, auch diese Seite nicht tot zu schweigen. Die Meinungen zu Outing gehen unter Sadomasochisten weit auseinander und oftmals wird die Intention einfach mißverstanden. Selbstverständlich geht es prinzipiell niemanden etwas an, wer was in wessen Schlafzimmer auch immer so alles treibt. Aber was ist denn, wenn ich z.B. gerne auf einschlägige Partys gehe? Oder es einfach nicht akzeptieren will, daß meine Leidenschaften falsch als “Perversität” betrachtet werden? In einem geplanten Blogbeitrag geht es um das Thema “Ehepartner der mit SM Wünschen konfrontiert wird”. Es gibt Beispiele für schreckliche Rosenkriege, die entstehen, weil Menschen nicht richtig informiert sind und zu gerne das “Perversenbild” zeichnen. Diese Fehleinschätzung könnte vermieden werden, wenn SM Öffentlichkeitsarbeit mehr Unterstützung finden würde. Wenn sich das Bild SM in der Gesellschaft positiv verändert, würden auch die Ängste von Betroffenen zurückgehen, könnte leichter im eigenen Umfeld Klartext gesprochen werden. Natürlich ein kleiner Teufelskreis, denn irgendeiner muß ja mal damit anfangen, damit ein Wandel eintreten kann, der möglichst vielen hilft. Es gibt Menschen, die diese Schritte anstossen. Entweder weil sie etwas verändern wollen, oder weil sie einfach keine Lust auf Versteckspiele haben. Von manchen SMlern werden sie als extrovertierte Selbstdarsteller gesehen, was in meinen Augen Unsinn ist.

