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Was ist GOR?

Juni 13th, 2010 in Gor - Die Gegenerde by tarl

Was ist Gor? Was bedeutet es eigentlich goreanisch zu sein?

Darauf gibt es viele mögliche Antworten. Manche davon sind eher einfach, andere wiederum durchaus sehr komplex. Die Antworten variieren ebenso, abhängig von den eigenen Vorstellungen und Perspektiven. Die Antworten sind aber sehr wichtig für jeden, der Gor wirklich verstehen, nach der goreanischen Philosophie leben oder aber im Rollenspiel die Bücher nachspielen möchte. Für diejenigen die sich nicht um den Inhalt des Gor-Zyklus scheren, sind die Inhalte weitestgehend unwichtig.

Nüchtern betrachtet ist Gor ein fiktiver Planet mit der selben Umlaufbahn wie die Erde, jedoch auf der entgegengesetzten Seite der Sonne. Es ist eine barbarische Welt, regiert von Stahl und gelenkt vom Ehrbegriff. Es ist aber vor allem eine männlich dominierte Welt, in der Sklaverei eine altehrwürdige und allgemein akzeptierte Einrichtung ist. Dort gibt es Verbote und Einschränkungen für vielfältige Formen der Technologie, aber in einigen, wenn auch eher begrenzten Bereichen überholt die goreanische Technologie die der Erde bei Weitem. Zum Beispiel hat man auf Gor ein Mittel gegen das Altern gefunden. Dieses Mittel wäre auf der Erde unbezahlbar. Sehr viele Aspekte der goreanischen Kultur werden von irdischen Kulturformen angeregt, wie beispielsweise das alte Rom und Griechenland, aber auch Ableitungen der Kulturen der Wikinger, Mongolen, Germanen, den Indern und der Inuit kann man feststellen.

Die Welt von Gor wird mittlerweile in einer Reihe von achtundzwanzig Romanen von John Norman beschrieben. Da sind schon einige tausend Seiten an zusammen gekommen – eine gewaltige Menge an Informationen.

Um die komplexeren Antworten auf die Frage “Was ist Gor” beantworten zu können, bedarf es der Untersuchung und Analyse der gesamten Serie und dem Herausfiltern von dem, was eben nicht goreanisch ist. Dies wirft nun aber noch mehr Fragen auf.

  • Was sind die wesentlichen Grundzüge der goreanischen Philosophie?
  • Welche Aspekte des goreanischen Lebens kann man für sein eigenes Leben übernehmen?
  • Viele Leute behaupten, Gor gut zu kennen, aber wie viele kennen es wirklich?
  • Was benötigt man dazu, Gor kennen zu lernen?
  • Wie kann ein Neuling “Gor” erlernen?
  • Wenn man ein Rollenspiel machen und sich streng an die Bücher halten möchte, was ist erlaubt und was nicht?
  • Was macht man mit den unbekannten Gegenden Gors?

Um wirklich in der Lage zu sein, “goreanisch” zu definieren, braucht man ein sehr umfassendes Wissen über die Bücher. Es ist definitiv unmöglich, Gor ganz zu kennen, ohne alle Bücher gelesen zu haben. Lesen alleine reicht logischerweise nicht – man muss sie auch verstehen und das erworbene Wissen gespeichert haben. Dabei ist es mehr als offensichtlich, dass man jeden Band mehr als einmal lesen sollte. Mit vielen tausend Seiten an Informationen gilt es sehr viele Details zu behalten. Ein flüchtiger Leser wird viele der zahlreichen Details übersehen. Dabei ist es die imense Fülle an Details, die Gor so realistisch erscheinen lassen.

Hat dies nun zu bedeuten, dass wenn man eben nicht alle Bücher gelesen hat, nicht als Goreaner leben oder einen solchen in einem Rollenspiel darstellen kann? Das ist natürlich schon möglich. Man kann eben nur nicht alles auf Gor ordentlich beurteilen. Es gibt viele Grundregeln von Gor, die von jedermann leicht verstanden werden. Möchte man allerdings beginnen, ausgedehntere Diskussionen über spezifische Details zu führen, erfordert dies konsequenterweise auch ein größeres Wissen. Ein flüchtiger Leser wird kaum adäquat die geheimnisvollen goreanischen Themen diskutieren können. Er wäre nicht in der Lage, die goreanische Denkweise zu adaptieren und die Dinge nicht aus irdischer, sondern aus goreanischer Sichtweise zu betrachten.

Wie in beinahe allen Bereichen des Lebens gilt auch hier, dass reines Wissen alleine nicht ganz reicht. Man muss natürlich auch in der Lage sein, das vorhandene Material auch interpretieren zu können. Die Bücher enthalten nicht jedes einzelne Detail über Gor. Viele Themen werden ausgespart und hinterlassen Grauzonen. Hier kommt dann endlich auch die Komplexität der Definition von Gor ins Spiel. In den erwähnten Grauzonen gibt es keine richtigen Antworten sondern lediglich gut belegte Meinungen. Folgerichtig kann jede mögliche Interpretation potentiell falsch sein, aber es ist wichtig, wie man seine Meinung belegt. Je mehr Unterstützung man in den Büchern findet, desto mehr Kredit wird man der glaubwürdigkeit der Meinung geben. Eine solche kontroverse Grauzone betrifft die richtige Rolle freier Frauen der Kriegerkaste. Freie Frauen dürfen Mitglied der Kriegerkaste werden. Sei es durch Geburt oder durch freie Gefährtenschaft. John Norman beschreibt nirgendwo eindeutig, dass solche Frauen kein Kampftraining erhalten. Er beschreibt auch nirgends eindeutig, dass sie nicht mit Schwertern gegen andere Krieger in die Schlacht ziehen. Allerdings gibt es auch keine Textstelle die zeigt, dass eine Frau jemals ein solches Trainig erhielt. Dadurch wird die Frage in zwei Teile geteilt: Werden Frauen der roten Kaste als Kriegerinnen geschult und ist es ihnen erlaubt, Schwerter und andere Waffen zu handhaben? Die Antwort hängt von der ganz eigenen Interpretation der Bücher ab.

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