Das Korsett: Das Ritual des Schnürens
Das eingeschnürt werden ist für echte Fans und Korsettfetischisten ein unverzichtbares Ritual. Hier gibt es aber eine Reihe von Regeln, welche sich für Laien nicht unbedingt sofort erschließen oder eben weniger wichtig sind, weil sie das Korsett eher als ein elegantes Oberteil betrachten. Eine starke Formung des Oberkörpers ist für sie eher weniger relevant. Wer hier jedoch Interesse daran hat, sich enger schnüren zu lassen, dem möchte ich hier einige grundlegende Regeln und Hinweise darlegen, was das Schnüren eines Korsetts betrifft.
Ein Korsett sollte möglichst nie direkt auf der Haut getragen werden. Als Unterlage lassen sich sehr gut dünne Baumwollunterhemden oder spezielle, sehr dünne Untermieder verwenden. Das bietet der Trägerin oder dem Träger gleich mehrere Vorteile. Einerseits gleiten die Schnüre auf dem Stoff erheblich leichter als auf der nackten Haut welche gleichzeitig geschont wird. Ein weiterer, nicht gänzlich unwichtiger Punkt ist, dass das Korsett dabei sauber gehalten wird und nicht so häufig einer doch heiklen Reinigung unterzogen werden muss. Außerdem können durch die Schnürung entstehende Hautfalten leichter glatt gezogen werden.
Vor dem Schnüren sollte sich die Trägerin gründlich auf das Tragen des Korsetts vorbereiten. Es macht Sinn, alle vom Korsett bedeckten Hautpartien großzügig mit Babypuder zu behandeln. Das schützt die strapazierte Haut. Um trockener Haut vorzubeugen kann man sich etwa bis 30 Minuten vor dem Pudern eincremen.
Nun zieht man die Schnürung so weit auseinander, dass sich das Korsett ganz bequem anlegen und vorne zuhaken lässt. Das Korsett darf dazu ruhig etwas lockerer sitzen – das wird gleich wieder korrigiert
Noch ist die Gelegenheit günstig, das Korsett so lange zurecht zu rücken, bis es am angenehmsten sitzt. Vorm eigentlichen Schnüren sollte man sich nun hinknien und den Oberkörper ganz entspannt auf das Bett legen. Streckt man die Arme noch weit nach vorne, wird der Brustkorb etwas gehoben. In dieser Position beginnt nun das eigentliche Schnüren, was im Idealfall der Partner oder zumindest eine andere Person übernimmt. Für manche Paare hat bereits das nun beschriebene Ritual der Schnürung durchaus bereits einen gewissen erotischen Reiz.
Beim ersten Durchgang ist es besonders wichtig, dass noch ohne Kraftaufwand geschnürt wird. Die Schnüre werden lediglich leicht angespannt und von oben und unten zur Mitte hin leicht gestrafft. Die Taille behält dabei noch ihren natürlichen Umfang. Wenn die Schnüre erst mal leicht anliegen, sollte man nochmal den Sitz der Korsage überprüfen und bei Bedarf nochmal leicht Korrekturen vornehmen. Es folgen nun mehrere Durchgänge nach dem beschriebenen Muster wobei die Taille nun jeweils Schritt für Schritt um circa 1cm reduziert wird. Sicherheitshalber sollte man nun bei jedem Durchgang den richtigen Sitz des Korsetts nochmals überprüfen und dabei auch mal leicht zur Seite und nach vorne beugen. Zum Abschluss kann man den Taillenbereich durch kurzes, ruckartiges Anziehen beider Schnurpaare noch etwas stärker schnüren. Damit gleicht man das Nachgleiten der Schnüre beim bzw. nach dem Zuknoten wieder aus. Als finalen Schritt gilt es nun, die Schnurenden zu verknoten.
Wenn man bereits leichtes Unbehagen verspürt, sollte man zumindest sich die Zeit nehmen um eine kurze Pause einzulegen. Nach einer gewissen Reduktion des Umfangs, bei etwa 5cm, sollte man auch mal eine größere Pause einlegen. Diese Pause sollte man zur Bewegung nutzen oder einfach ein paar alltägliche Dinge erledigen. Generell sollte sich die Länge der Pause am Nachlassen des Beengtheitsgefühls orientieren. Ergo können die Pausen sehr unterschiedlich lange ausfallen. Wo manch einer Frau schon fünf Minuten genügen, können Andere wiederum eine halbe Stunde Pause und länger benötigen.
Nach der Pause wird wieder die Schnürposition eingenommen und nach oben beschriebenen Schema wird die Einschnürung wieder fortgesetzt. Abschließend ist darauf zu achten, dass die Schnüre so verknotet werden, dass sie sich nicht mehr lösen können. Eine Möglichkeit für einen schönen Abschluss wäre je nach vorhandener Restschnur zum Beispiel eine Doppelschleife. Man kann die Enden aber auch um die Taille binden oder von hinten nach vorne führen und unter den oberen Rand des Vorderverschlusses stecken.
Sitzt nun das Korsett wie gewünscht, wird es Zeit, sich um die unter dem Korsett entstandenen Falten in der Haut und dem Hemd zu kümmern. Dazu packt man das Hemd mit beiden Händen und strafft es in alle Richtungen mittels kleiner Zugbewegungen. Diese Art der Straffung beseitigt die Falten im Hemd und die dadurch entstehenden Bewegungen beseitigen die Falten in der Haut wenn man sie an mehreren Stellen rund um das Korsett durchführt. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Hautpartien direkt unter der Schnürung und seitlich im Taillenbereich legen.
Wenn man das Korsett in dieser beschriebenen Art und Weise anlegt und schnürt, hat man eine sehr gute Basis für einen lang andauernden Tragekomfort. Bei längeren Tragezeiten sollte aber die Straffung regelmäßig wiederholt werden – zumindest einmal am Tag. Mit dauerhaftem Tragen ist aber nicht gemeint, dass das Korsett über längere Zeit, Tag und Nacht getragen wird. Es ist auf jeden Fall ratsam, das Korsett wenigstens einmal am Tag abzulegen um die Haut zu pflegen, erneut einzucremen und zu pudern. Das beugt einerseits ernsthafter Schädigung der Haut vor und das gewisse Tragegefühl lässt sich so dauerhaft genießen.

