Subscribe

BDSM Fetisch Gothic Erotik Gegenerde

Outing: von Sinn und Unsinn SMiger Offenheit

Dezember 28th, 2010 in BDSM by Kajira

Was eigentlich ist grundsätzlich mit Outing gemeint? Eigentlich ist es doch nur die Tatsache, verhältnismäßig offen mit der eigenen “sexuellen Neigung” umzugehen. Outing heisst jedoch keinesfalls, mit einem Perversenstempel herumzulaufen und der nächsten Kassiererin im Supermarkt die eigene Sexualität und vor allem die Neigung unter die Nase zu reiben. Gemeint ist vielmehr, im Kreise von nahestehenden Menschen, auch diese Seite  nicht tot zu schweigen. Die Meinungen zu Outing gehen unter Sadomasochisten weit auseinander und oftmals wird die Intention einfach mißverstanden. Selbstverständlich geht es prinzipiell niemanden etwas an, wer was in wessen  Schlafzimmer auch immer so alles treibt. Aber was ist denn, wenn ich z.B. gerne auf einschlägige Partys gehe? Oder es einfach nicht akzeptieren will, daß meine Leidenschaften falsch als “Perversität” betrachtet werden? In einem geplanten Blogbeitrag geht es um das Thema “Ehepartner der mit SM Wünschen konfrontiert wird”. Es gibt Beispiele für schreckliche Rosenkriege, die entstehen, weil Menschen nicht richtig informiert sind und zu gerne das “Perversenbild” zeichnen. Diese Fehleinschätzung könnte vermieden werden, wenn SM Öffentlichkeitsarbeit mehr Unterstützung finden würde. Wenn sich das Bild SM in der Gesellschaft positiv verändert, würden auch die Ängste von Betroffenen zurückgehen, könnte leichter im eigenen Umfeld Klartext gesprochen werden. Natürlich ein kleiner Teufelskreis, denn irgendeiner muß ja mal damit anfangen, damit ein Wandel eintreten kann, der möglichst vielen hilft. Es gibt Menschen, die diese Schritte anstossen. Entweder weil sie etwas verändern wollen, oder weil sie einfach keine Lust auf Versteckspiele haben. Von manchen SMlern werden sie als extrovertierte Selbstdarsteller gesehen, was in meinen Augen Unsinn ist.

Geoutete SMler sind mit sich völlig im Klaren. Sie leben Normalität. Und in dieser ist Selbstdarstellung liegt definitiv kein besonderer Reiz. Die Wahrheit ist wohl eher, daß sich outente SMler Sinn in Öffentlichkeitsarbeit sehen, um anderen den Weg zu erleichtern. Oder auch die einfache Erkenntnis, dass Offensichtlichkeit unangreifbar macht. Ich selbst habe mich in meinem privaten Umfeld mehr oder minder geoutet. Zugegeben nicht gegenüber allen aber wer zum Beispiel die Bedeutung meines Rings hinterfragt, bekommt auch Auskunft.

Nicht um uns in eine Talkshow zu setzen, sondern weil wir gelernt haben, daß unsere Offenheit anderen hilft. Das fängt beim Impressum an und endet z.B. bei der Teilnahme am Christopher Street Day. Dazu muss man allerdings erst lernen, daß es eigentlich keinen Grund gibt vor etwas Angst zu haben. Daher nutzen viele ihre  offenen Lebensumstände, um etwas positives zu bewirken. Was heisst das nun für den Leser? Outing muß jeder für sich selbst entscheiden. Offen lebt es sich frei und angenehm. Es kann aber natürlich auch Gründe geben, sich gegen Outing auszusprechen. Oftmals werden Ängste aber völlig überbewertet. Wichtig ist es zu wissen, daß ein Outing zu SM nicht automatisch verlangt, daß man persönliche Fetische und Praktiken offenlegt. Es geht nicht darum, Fremde “mit ins eigene Bett zu holen”, sondern darum zu zeigen, daß SMer völlig normale Menschen sind und sich selbst nicht zu verstecken.

Leave a Reply

Related Posts

Diese Artikel könnten möglicherweise auch interessant sein.