Lifestyle-SM oder Naturveranlagung
Oder die Suche nach dem eigenen Weg.
Zwei ebenso provokante wie falsche Bezeichnungen, die leider durch manche Köpfe schwirren, aber eigentlich verbannt gehören. Letztendlich benennen sie die beiden unterschiedlichen Intentionen von SMern.
Lifestyle: Der verspielte Umgang mit Lust und Experimenten
Naturveranlagung: Ritualgeprägte Hingabe, die einen ernsthaften Anspruch an gelebte Neigung stellt.
Das ganze erinnert irgendwie ein wenig an “echten und falschen SM” und irgendwie auch an ein “Krankheitsbild” oder “Zwangssexualität” und gehört allein schon deshalb in die alte Mottenkiste. Richtig ist allerdings, dass es eine Komponente gibt, welche die elementare Unterschiedlichkeit im Umgang mit BDSM zeigt: DS. Devotion, Domination und Submission sind “Spielarten”, die eine Grundeinstellung zu psychischen Kicks beinhalten. Vielen DSlern ist es daher wichtig, klare Machtstrukturen in ihrer Sexualität, ihren Bindungen, auch ihrer Lebensform zu spüren. Manche ersehnen sich die totale Unterwerfung oder wollen sich in ihren Entscheidungen dem dominanten Part beugen. Ein durchaus legitimer Wunsch, wenn die Umsetzung nicht an Destruktivität scheitert. An sich ist sogesehen die Aussage, daß es zwei grundlegend unterschiedliche Formen von BDSM gibt, nicht grundsätzlich falsch. Beide Formen haben ihre Berechtigung, keine ist besser oder schlechter. Wer sich neu mit seinen BDSM-Gefühlen beschäftigt, wird im Laufe der Zeit feststellen welche Art seinen Träumen und Wünschen mehr entspricht. Es lohnt sich zu experimentieren und zunächst offen auf alles zuzugehen. Phantasien werden sich von realen Möglichkeiten unterscheiden und das ist durchaus gut so. Letztendlich zählt nur der eigene Weg, die eigene Entwicklung und das Ergebnis das einen zufriedenstellen sollte. Eines ist aber wichtig: Nämlich dass man sich von keinem Menschen erzählen lassen muss, wie “richtiger” SM zu sein hat. Sicherheit, Einvernehmlichkeit und gesunder Menschenverstand sind die einzigen, aber auch grundlegendsten Maßstäbe. Und die eigene Reflektion, dass ich als Mensch mit allen Facetten “meinen” SM als glücklich und richtig empfinde. Und da ist es ziemlich egal, ob meine Art wie ich SM auslebe, mit Seidentüchern oder Kellerverliesen zu tun hat.

