Eine wirklich berechtigte Frage und die gute Nachricht gleich zu Anfang: ja, ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass in Beziehungen mit einer guten gemeinsamen Ebene, das Thema SM prinzipiell möglich ist. Besonders unter Paaren mit aufgeschlossenem Sexualleben, die respekt- und liebevoll miteinander umgehen, dürfte ein mögliches SM Geständnis keinen Weltuntergang auslösen. Sicherlich darf man keine schnellen Wunder erwarten – dessen muss man sich stets bewusst sein. Es bedarf sehr viel Zeit und Einfühlungsvermögen um dem Anderen die Möglichkeit zu geben, sich auf das Thema erst mal einzulassen, zu hinterfragen, eigene Vorstellungen zu entwickeln und letztlich auch Ängste zu benennen. Mal eben am Mittagstisch mit der Meldung “Hey Schatz, eigentlich hätte ich Dich gerne als richtig fiese Domina” herauszuplatzen, ist Garantiert nicht der richtige Weg. Wesentlich mehr Sinn macht es da, behutsam über kleine eigene Wünsche zu berichten oder mal Ideen in den Raum zu stellen, die der Partner auch fähig ist zu erfüllen. Sexualität ist keine Pflichveranstaltung, man muß sie sich zutrauen können, eigene Phantasien entwickeln und auch ein wenig Mut an den Tag legen. All das kann ich als Partner mit SM Träumen unterstützen, indem ich nicht drängle, sondern ganz kleine Häppchen an Möglichkeiten streue. Also bitte nicht mit dem Latexcatsuit nach Hause kommen, sondern vielleicht mit Seidentüchern die Auslieferungsvariante vorschlagen. Ohne Druck und auch ohne große Erwartenshaltung. Und ganz besonders wichtig: OHNE Schuldzuweisungen und emotionale Erpressungsversuche.