Der Ring der O
Beim Ring der O handelt es sich um ein Schmuckstück welches zunächst in Pauline Réage´s Roman “Geschichte der O” beschrieben wurde. Jedoch haben SMler einen ganz anders aussehenden Ring danach benannt und sozusagen ein Erkennungszeichen innerhalb von BDSM-Kreisen daraus gemacht. Je nachdem an welcher Hand man ihn trägt, gibt man zu erkennen, ob man selbst Dominant oder devont ist.
Über die Zuordnung von Hand und Ausrichtung des Trägers gibt es noch immer Unstimmigkeiten. Im Original Buch trägt die O den Ring jedenfalls an der linken Hand. Demnach gibt jeder, der den Ring an der linken Hand trägt, sich als Bottom zu erkennen. Im daraus gebildeten Umkehrschluss trägt Top den Ring der O rechts obwohl das so im Roman eigentlich nie erwähnt wurde soweit ich weiß. Ich habe auch schon Switcher gesehen, welche sich den Ring an einer Halskette tragen. Die heute mit Abstand am häufigsten getragene Variante des Rings der O stammt scheinbar aus der ersten Romanverfilmung. Es handelt sich dabei um einen Ring durch dessen zusätzlich aufgesetzte Kugel ein weiterer kleiner beweglicher Ring geführt wird. Der Beschreibung nach ähnelt er auch sehr stark einem in den Chroniken von Gor beschriebenen Anbindering für Sklaven.
Zur Beschreibung des eigentlichen beziehungsweise ursprünglichen Rings möchte ich hier ein Original Zitat aus der Geschichte der O einbringen:
“…der Mann hielt ihr nun eine kleine Holzkette hin und bat sie, daraus einen Ring zu wählen, der an ihren linken Ringfinger passte. Es waren sonderbare Eisenringe, innen mit Gold gerandet; der breite, schwere Reif, ähnlich der Fassung eines Siegelrings, aber hochgewölbt, trug in Nielloarbeit ein goldenes Rad mit drei Speichen, die spiralenförmig gebogen waren, wie beim Sonnenrad der Kelten.”
Auch die symbolische Bedeutung in der Geschichte der O weicht von der in der BDSM-Szene weit verbreiteten deutlich ab. Im Buch tragen eigentlich nur die devoten Sklavinnen diesen Ring der ihnen im Rahmen ihrer Ausbildung verliehen wird. Dort sind die Ringträgerinnen verpflichtet, sich jedem Mann der die Bedeutung des Rings kennt zu unterwerfen. In der allgemeinen SM-Subkultur zeigt der Ring lediglich die Zugehörigkeit zur Szene.
Nachtrag:
Über den Ring, wie wir ihn heute kennen sei noch ergänzenderweise erwähnt, dass dieser von Jörg Hampel nach Ideen von Jan Peter Scheu, gegen Ende der 80er Jahre inspiriert durch den Film entwickelt wurde. Jörg Hampel hat ihn denn zuerst als Einzelanfertigung; später in Kleinserie gefertigt und ihn auf bekannten SM-Partys und über das Magazin Schlagzeilen vertrieben. Andere Kunsthandwerker und verschiedene größere Hersteller sind später auf diesen Zug aufgesprungen, weil er nie Musterschutz beantragt hatte.

